Der Stadtbutz Infos zur Fasnachr! Bilder 2015 nach der jeweiligen Veranstaltung! Zunftrat Narrenbaum stellen Video PDF Datei zum Drucken!
Verein zur Pflege des Brauchtums Günzburg e. V.
Wurzeln und Wesen der Fasnacht Bei der Fasnacht(schwäbisch-alemannisch Fasnet), handelt es sich um den Zeitabschnitt zwischen Dreikönig und Aschermittwoch. Woher die Bezeichnung "Fasnacht" eigentlich kommt, darüber sind sich die Gelehrten nicht einig. Ist ihr Ursprung in "vasnat" zu suchen, wie sie Wolfram von Eschenbach 1206 in seinem Parsival beschreibt? Oder in "vastenaht"? Ist damit "kleiden", "sich einwickeln" gemeint oder "sich vergnügen" im Sinne von ausgiebigem "Suff aus dem Faß"? Hat sie etwas mit "faseln" zu tun oder eben doch einfach "nur" mit dem Fasten nach Beendigung des allgemeinen Frohsinns? Fest steht, dass anfangs für die 40 langen Fasttage von morgens bis abends keine kostbaren Speisen und Getränke erlaubt waren und nach der Vesper nur Brot, Salz und Wasser. Um die bösen Geister des Winters zu verbannen und damit dem Frühling Tür und Tor zu öffnen, vermummten sich die Menschen und hofften durch ihr abschreckendes Äußeres den Winter zu vertreiben. Die Christianisierung ließ manch heidnische Kulthandlung von der Bildfläche verschwinden. So wurden zum Beispiel im Jahre 633 n: Chr. von der Kirche alle Narrenfeste um die Jahreswende verboten. Durch den Einfluß der römischen Kirche im Mittelalter wurde daraus die "Fast-Nacht". Darunter war nun die letzte Nacht vor der Fastenzeit zu verstehen, in der sich die Bevölkerung noch einmal so richtig austoben konnte. Mit der Gründung der Handwerkszünfte und –vereinigungen kann bereits von einer organisierten Fasnacht gesprochen werden, da die Zünfte vom Rat der Stadt die Erlaubnis einholten, an einem Tag in der Fasnacht tanzen zu dürfen. Die Handwerkszünfte, an der Spitze der Elferrat, der von den Zunftmitgliedern alljährlich gewählt wurde und als Städtevertreter galt, gestalteten das Fasnachtstreiben. Nach diesem Vorbild sind heute noch manche Narrenzünfte organisiert. Mit der Renaissance begann in Italien an den Fürstenhöfen ein neues Fasnachtstreiben, ein Maskenspiel, das eben durch seine Ausgelassenheit überall bekannt wurde. Bald fasste diese neue Richtung auch bei uns Fuß – bis die Magistrate der Städte diese Feste mit Tanz und Reigenspiel erneut verboten. In den Klöstern begann eine neue Art, die Fasnachtsfeste aufzuführen. Es waren theatralische Vorführungen, die von Klosterschülern gespielt wurden. Hier dominierte die Sprache, die Dichtkunst und eine reiche künstlerische Gestaltung, Es dauerte nicht lange, da fand man auch auf dem Lande solche Theatervorführungen. Nach dem zweiten Weltkrieg entsann man sich der alten Tradition und gestaltete nach dem Vorbild der alten schwäbisch-alemannischen Fasnacht Masken und Kostüme, die typischen Figuren aus Sagen und anderen Geschichten nachempfunden wurden und jeweils ortsgebunden waren. Es galt vor allem, die Bevölkerung nach den Wirren des Krieges aufzumuntern und das verlorengegangene bodenständige Brauchtum neu aufleben zu lassen. Warum schlüpfen die Menschen im 20. Jahrhundert noch ins Narrenkleid? Die Vermummung schafft für alle Beteiligte zahlreiche neue Kommunikationsmöglichkeiten, die im wahrsten Sinne des Wortes "nicht alltäglich" sind. Auf das hübsche Mädchen kann der zum Narren verwandelte Bürger plötzlich spontan zugehen, den Prominenten redet er mit einem vertraulichen "Du" an. Welchen Spielraum die Fastnacht bietet, spürt der Narr erst am Aschermittwoch, wenn er wieder in sein normales Leben zurückkehrt. Er bemerkt, dass es nicht der Fastnachtstrubel, sondern eben der Alltag ist, in dem die Menschen sich verstellen und eine Rolle spielen. Fastnacht bedeutet somit letztlich weniger Maskierung als vielmehr Entlarvung.  
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Wurzeln und Wesen der Fasnacht Bei der Fasnacht(schwäbisch-alemannisch Fasnet), handelt es sich um den Zeitabschnitt zwischen Dreikönig und Aschermittwoch. Woher die Bezeichnung "Fasnacht" eigentlich kommt, darüber sind sich die Gelehrten nicht einig. Ist ihr Ursprung in "vasnat" zu suchen, wie sie Wolfram von Eschenbach 1206 in seinem Parsival beschreibt? Oder in "vastenaht"? Ist damit "kleiden", "sich einwickeln" gemeint oder "sich vergnügen" im Sinne von ausgiebigem "Suff aus dem Faß"? Hat sie etwas mit "faseln" zu tun oder eben doch einfach "nur" mit dem Fasten nach Beendigung des allgemeinen Frohsinns? Fest steht, dass anfangs für die 40 langen Fasttage von morgens bis abends keine kostbaren Speisen und Getränke erlaubt waren und nach der Vesper nur Brot, Salz und Wasser. Um die bösen Geister des Winters zu verbannen und damit dem Frühling Tür und Tor zu öffnen, vermummten sich die Menschen und hofften durch ihr abschreckendes Äußeres den Winter zu vertreiben. Die Christianisierung ließ manch heidnische Kulthandlung von der Bildfläche verschwinden. So wurden zum Beispiel im Jahre 633 n: Chr. von der Kirche alle Narrenfeste um die Jahreswende verboten. Durch den Einfluß der römischen Kirche im Mittelalter wurde daraus die "Fast-Nacht". Darunter war nun die letzte Nacht vor der Fastenzeit zu verstehen, in der sich die Bevölkerung noch einmal so richtig austoben konnte. Mit der Gründung der Handwerkszünfte und –vereinigungen kann bereits von einer organisierten Fasnacht gesprochen werden, da die Zünfte vom Rat der Stadt die Erlaubnis einholten, an einem Tag in der Fasnacht tanzen zu dürfen. Die Handwerkszünfte, an der Spitze der Elferrat, der von den Zunftmitgliedern alljährlich gewählt wurde und als Städtevertreter galt, gestalteten das Fasnachtstreiben. Nach diesem Vorbild sind heute noch manche Narrenzünfte organisiert. Mit der Renaissance begann in Italien an den Fürstenhöfen ein neues Fasnachtstreiben, ein Maskenspiel, das eben durch seine Ausgelassenheit überall bekannt wurde. Bald fasste diese neue Richtung auch bei uns Fuß – bis die Magistrate der Städte diese Feste mit Tanz und Reigenspiel erneut verboten. In den Klöstern begann eine neue Art, die Fasnachtsfeste aufzuführen. Es waren theatralische Vorführungen, die von Klosterschülern gespielt wurden. Hier dominierte die Sprache, die Dichtkunst und eine reiche künstlerische Gestaltung, Es dauerte nicht lange, da fand man auch auf dem Lande solche Theatervorführungen. Nach dem zweiten Weltkrieg entsann man sich der alten Tradition und gestaltete nach dem Vorbild der alten schwäbisch-alemannischen Fasnacht Masken und Kostüme, die typischen Figuren aus Sagen und anderen Geschichten nachempfunden wurden und jeweils ortsgebunden waren. Es galt vor allem, die Bevölkerung nach den Wirren des Krieges aufzumuntern und das verlorengegangene bodenständige Brauchtum neu aufleben zu lassen. Warum schlüpfen die Menschen im 20. Jahrhundert noch ins Narrenkleid? Die Vermummung schafft für alle Beteiligte zahlreiche neue Kommunikationsmöglichkeiten, die im wahrsten Sinne des Wortes "nicht alltäglich" sind. Auf das hübsche Mädchen kann der zum Narren verwandelte Bürger plötzlich spontan zugehen, den Prominenten redet er mit einem vertraulichen "Du" an. Welchen Spielraum die Fastnacht bietet, spürt der Narr erst am Aschermittwoch, wenn er wieder in sein normales Leben zurückkehrt. Er bemerkt, dass es nicht der Fastnachtstrubel, sondern eben der Alltag ist, in dem die Menschen sich verstellen und eine Rolle spielen. Fastnacht bedeutet somit letztlich weniger Maskierung als vielmehr Entlarvung.